Digi Ready: Bedürfnisse in Maßnahmen umsetzen

DIE ERKENNTNISSE AUS DEN WORKSHOPS

Auf der Grundlage der Erkenntnisse aus der Bedarfsanalyse wurde der zusammenfassende Bericht fertiggestellt und die wichtigsten Ergebnisse wurden herausgearbeitet. Die Lernenden, für die wir unsere Angebote konzipieren, sind keine homogene Gruppe. Es handelt sich um Migranten, die sich mit der Sprache der Behörden auseinandersetzen müssen, um Senioren, die mit ungewohnten Geräten konfrontiert sind, und um arbeitslose Erwachsene, die unter Druck stehen, Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen, die sie noch nie digital genutzt haben. Ihre Bedürfnisse sind real, spezifisch und vielfältig.

In allen drei Ländern deuten die Ergebnisse auf dieselben grundlegenden Hindernisse hin, nämlich geringes Selbstvertrauen, sprachliche Herausforderungen, begrenzte persönliche Unterstützungsnetzwerke und Unsicherheit im Umgang mit mehrstufigen digitalen Prozessen. Von Job- und Behördenportalen über die Verwaltung von Konten und Passwörtern bis hin zur Bearbeitung von Formularen und Dokumenten, Online-Sicherheit und grundlegenden Finanztransaktionen – unsere Untersuchung zeigt, dass ein echter Bedarf an benutzerfreundlichen und praxisnahen Ressourcen besteht. Lernende in allen drei Ländern nannten dieselben Arten von Formaten, die ihnen helfen würden, digitales Selbstvertrauen aufzubauen, darunter kurze Video-Tutorials, visuelle Schritt-für-Schritt-Anleitungen, praktische Übungen auf ihren eigenen Mobilgeräten sowie Unterricht in kleinen Gruppen oder Einzelunterricht, wobei ein langsames Tempo und gezielte Wiederholungen durchgehend integriert sein sollten.

Mit diesem Wissen hat das Projekt Digi Ready einen entscheidenden Punkt erreicht: die Umsetzung der Erkenntnisse in die Praxis.

EINE ENTSCHEIDUNG FÜR INDIVIDUALITÄT

Es gibt einen Moment, der einem sehr demütig stimmt und den alle Lehrkräfte, die mit benachteiligten erwachsenen Lernenden arbeiten, wiedererkennen werden. Man hat das Material sorgfältig vorbereitet, die einzelnen Schritte geplant, die Hilfsmittel getestet und ist bereit für die bevorstehende Sitzung. Dann geht es los, und man merkt schnell, dass die erforderlichen digitalen Fähigkeiten und Grundkompetenzen von Lernendem zu Lernendem enorm variieren. Ein Teilnehmer hat keinen Zugang zu einem Mobiltelefon und Laptop für die Zwei-Faktor-Authentifizierung. Ein anderer kommt zwar mit einer Messaging-App zurecht, fühlt sich aber von einem offiziellen Regierungsportal überfordert. Der Raum, der wie „eine Gruppe“ aussah, entpuppt sich als fünf verschiedene Ausgangspunkte, die nebeneinander existieren.

Als Reaktion darauf haben die Projektpartner eine wichtige gestalterische Entscheidung getroffen. Die Video-Tutorials werden kurze, leicht zugängliche digitale Lernressourcen sein, die als Ausgangspunkt für die Workshops der Aktivität 4 dienen. Sie zeigen den Lernenden, wie sie digitale und KI-gestützte Tools konkret und in der Praxis nutzen können, um die Aufgaben zu bewältigen, die sie erledigen müssen. Das bedeutet, dass die Tutorials zwar zunächst eher allgemeine Erklärungen sein mögen, die Workshops der Aktivität 4 jedoch so eng wie möglich an den tatsächlichen Bedürfnissen dieser spezifischen Gruppen von Lernenden ausgerichtet werden, wobei die Kontexte berücksichtigt werden, in denen sie digitale Tools in ihrem Alltag nutzen.

Letztendlich werden die Partner die Workshops in Aktivität 4 nutzen, um die Tutorials durch Hinzufügen von Beispielen aus der Praxis zu verfeinern und zu verbessern.

WAS WIR GERADE ENTWICKELN

Die Tutorial-Phase des Projekts umfasst die Erstellung von sieben kurzen Video-Tutorials.

Die Tutorials werden nach einer lernerzentrierten Struktur gestaltet, die direkt aus den Erfahrungen des Workshops hervorgegangen ist. Jedes Tutorial folgt diesem Ablauf:

  1. Eine freundliche Begrüßung – um vom ersten Moment an eine ruhige, unterstützende Atmosphäre zu schaffen
  2. Eine kurze Übersicht über die Lernziele – damit die Lernenden genau wissen, was sie am Ende können werden
  3. Eine Folie mit den benötigten Materialien – um Unsicherheiten auszuräumen, noch bevor das Lernen überhaupt beginnt
  4. Langsame, schrittweise Anleitung – konzipiert für Lernende, die mehr Zeit benötigen
  5. Beispiele aus der Praxis (werden nach den nächsten Workshops hinzugefügt) – um jede Fertigkeit in den Situationen zu verankern, mit denen die Lernenden tatsächlich konfrontiert sind
  6. Eine kurze Zusammenfassung – um das Gelernte zu festigen und Selbstvertrauen aufzubauen, bevor es weitergeht

Der Aufbau des Tutorials geht auf die spezifischen Hindernisse ein, die in der Bedarfsanalyse ermittelt wurden: Unsicherheit beim Ausprobieren eines Tools, fehlendes Vorwissen oder die Angst, ohne Unterstützung voreilig zu handel. Ziel ist es, KI-Tools als echte praktische Helfer für alltägliche Aufgaben zu präsentieren, wie zum Beispiel das Zusammenfassen von offiziellen Regierungsvideos oder die Unterstützung von Lernenden bei der sicheren Einrichtung von Konten für Finanz- oder Behördendienste. Der Schwerpunkt liegt auf dem Aufbau von digitaler Kompetenz.

AUSBLICK

Während die Entwicklungsphase der Tutorials in allen drei Partnerländern weiterläuft, werden für das Projekt Digi-Ready-Projekt eine Reihe praktischer Materialien erstellt, die benachteiligten Erwachsenen helfen sollen, digitale Kompetenzen zu erwerben. Nach dem Sommer beginnen die Workshops im Rahmen von Aktivität 4, in denen die Tutorials vom Bildschirm in die Praxis übertragen und mit den Menschen getestet werden, für die sie konzipiert wurden. Die Tutorials werden auf Grundlage des Feedbacks optimiert und schließlich als gebrauchsfertige, kostenlose Ressourcen auf unserer Projektwebseite und unserem YouTube-Kanal präsentiert.

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Das Projekt „DigiReady – Digitale Kompetenz der Bürger“ wird von der Europäischen Union kofinanziert.

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